Dr. Milan Uhde zu Jürgen Serke als Nachtrag zu „Atlantis“

Am 28. Januar trafen wir uns im Begegnungszentrum, um mit unserem Mitglied Dr. Milan Uhde über die Werke des deutschen Journalisten und Autors Jürgen Serke zu sprechen. Als Ergänzung zu unserem Symposium „Literarisches Atlantis“ (Brünn, 10.–11. November 2025) erfuhren wir mehr über die Bücher und Forschungen von Serke, der mit uns in Kontakt stand, unsere Aktivitäten verfolgte, begrüßte und unterstützte. Serkes Freund Uhde erzählte von seinen vielfältigen Verbindungen zu unserem Land: Serkes journalistische Berichterstattung aus Prag im Jahr 1968, wo er sich in der Nähe von Dubček, Svoboda und anderen Protagonisten des Prager Frühlings bewegte. Nach der Niederschlagung wurde über ihn Einreiseverbot verhängt. In seinem Buch „Verbrannte Dichter” veröffentlichte er als Erster Porträts von Autoren, die von Hitler aus der deutschen Kultur verbannt worden waren, und zwar so gründlich, dass Serkes Reportagen und sein Buch eine Wiederentdeckung dieser Autoren darstellten. Danach begann sich Serke mit aktuell vertriebenen Dichtern aus den sozialistischen Ländern zu beschäftigen – in Reportagen in der Zeitschrift Stern und später auch in Buchform (Verbannte Dichter). Im Brünner Kontext waren die Reportagen über die Begegnungen mit dem Ehepaar Kundera in Paris und in Übersee sowie Serkes Reise (zusammen mit Jiří Gruša) zum Dichter Ivan Blatný in dessen englischem Exil interessant. Damit entdeckte er den großen Brünner Dichter Blatný erneut für die Welt.